
- Johannes Wesling wirkte im frühen 17. Jahrhundert (Foto: Armin Kühn, HDZ NRW)
Im Jahr 2008 stand die Lebenswissenschaft, namentlich die Medizin, im Mittelpunkt. Der Anatom und Universalgelehrte Johannes Wesling wurde als historische Persönlichkeit in die Westfälische Ehrengalerie aufgenommen. Mit ihm wird ein Mediziner und Naturwissenschaftler geehrt, der im frühen 17. Jahrhundert lebte und wirkte. Wesling hat insbesondere die Anatomieausbildung in ganz Europa für mehr als ein Jahrhundert geprägt. 1598 in Minden geboren, studierte er u. a. an den berühmten calvinistischen Universitäten zu Leiden und Groningen und erhielt seine Doktorwürde an der Universität zu Padua. Dies war zu seinen Lebzeiten die bedeutendste Universität in der Medizin. Zu den Vorlesungen reisten Studenten aus ganz Europa an. Weslings Reisen als Begleitung und Leibarzt des ägyptischen Konsuls führten ihn nach Kairo und Memphis. Hier konnte er wissenschaftliche Forschungen durchführen und sein Wissen u. a. auf den Gebieten der Botanik und der Embryologie erweitern. 1633 übernahm er in Padua den vielleicht einflussreichsten Lehrstuhl für Anatomie, lehrte und forschte als Ordinarius und Professor für Anatomie und Botanik und stand zugleich dem berühmten botanischen Garten von Padua vor.
Laudatio von Prof. Dr. Stadler

- Johannes Wesling (Portrait) wurde mit Ulrich Gleichmann (l.) und Reiner Körfer (3.v.r.) in die Westfälische Ehrengalerie aufgenommen. Franz-Josef Hillebrandt übergab die Urkunden. Im Hintergrund die Laudatoren, Berndt Lüderitz (2.v2l.) und Rudolf Stadler (2.v.r.) (Foto: Armin Kühn, HDZ)
In den Professoren Ulrich Gleichmann und Reiner Körfer fand die Stiftung zwei kongenial wirkende zeitgenössische Persönlichkeiten, deren hohe Verdienste es rechtfertigen, sie in die Westfälische Ehrengalerie aufzunehmen. Sie haben den Aufbau des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen entscheidend geprägt und wesentlich zu dessen internationalem Renommee beigetragen - Professor Gleichmann als Kardiologe und Professor Körfer als Herzchirurg. Beide haben auf ihre Weise den nordöstlichsten Zipfel Westfalens, den Kreis Minden-Lübbecke, weithin bekannt gemacht und damit zugleich zur Bedeutung Westfalens in hohem Maße beigetragen. Hatte die ostwestfälische Bäderlandschaft, namentlich das Staatsbad Bad Oeynhausen, immer schon einen guten Ruf weit über die Grenzen Westfalens hinaus, so ist mit dem HDZ ein besonderer Schwerpunkt in der Gesundheitslandschaft Westfalen entstanden, dem viele Patientinnen und Patienten von nah und fern ihre Genesung verdanken. Diese Wertschätzung ist in der bundesweiten Öffentlichkeit weit verbreitet und mehrt das Ansehen Westfalens weltweit.
Gleichmann, in Berlin geboren, fand seine erste Wirkungsstätte in Düsseldorf, bevor er 1973 als Direktor des staatlichen Gollwitz-Meier-Instituts des Landes NRW nach Bad Oeynhausen kam. Er etablierte in den folgenden Jahren ein Herzzentrum in Bad Oeynhausen, welches sich in Zusammenarbeit mit Professor Reiner Körfer zu eben jenem Referenzzentrum für Kardiologie und Kardiochirurgie entwickelte, das heute über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist. Er widmete sich in besonderem Maße der gesundheitlichen Erziehung unter dem Aspekt der Prävention und Prophylaxe und setzte sich von Beginn seiner Tätigkeit als Direktor des Gollwitz-Meier-Instituts an für die Erweiterung um eine kardiochirurgischen Abteilung ein.
Körfer, in Kleve geboren, wirkte nach dem Studium in Bonn ebenfalls zunächst in Düsseldorf, bevor er 1984 Ärztlicher Direktor des HDZ und Direktor der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie wurde. Er ist Ehrendoktor der Saitama Medical School in Japan, Träger des Verdienstordens des Landes NRW und Ehrenbürger der Stadt Bad Oeynhausen. Für seine Habilitation wurde ihm der Düsseldorfer Edens-Preis verliehen. Er gilt als herausragender Herzchirurg.
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